Administrativ ist die Mongolei in 21 Provinzen (Aimag) und die Hauptstadt Ulaanbaatar gegliedert. Ein Aimag besteht aus mehreren Sums, die sich wiederum aus Bags zusammensetzen.
Ulaanbaatar („Stadt der roten Helden“) liegt 1.350 m über NN am Tuul-Fluss und wurde vor rund 350 Jahren als „Urga“ („Prachtjurte“) gegründet. Es leben hier ca. 1,000,000 Menschen, mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes.
Bevölkerung, Sprache, Kultur
Mit rund 2,4 Millionen Einwohnern ist die Mongolei äußerst dünn besiedelt (1,6 Einwohner pro qkm). Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 25 Jahre. Der Anteil der städtischen Bevölkerung ist mit 57% relativ hoch; der Rest lebt in kleineren, ländlichen Siedlungen sowie als nomadisierende Viehzüchter. Knapp 90% der Bevölkerung gehören den verschiedenen mongolischen Stämmen an; die größte nichtmongolische Bevölkerungsgruppe sind die Kasachen.
Der Lamaismus wurde in den Jahren der mandschurischen Vorherrschaft zum religiösen Kern mongolischer Identität und hat die soziokulturellen Grundlagen mongolischen Lebens wesentlich bestimmt. Nach der demokratischen Wende erfährt er seit Beginn der neunziger Jahre eine Wiederbelebung und Erneuerung.
Offizielle Landessprache ist Mongolisch, das – wie die türkischen Sprachen – zu den altaischen Sprachen gehört. Die Schrift übernahmen die Mongolen im 13. Jahrhundert von den Uiguren, die erst 1941 durch die Einführung des kyrillischen Alphabets durch die Sowjets abgelöst wurde. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Unabhängigkeit der Mongolei besinnt man sich zusehends wieder auf die uigurische Schreibweise, deren Ursprung im aramaeischen liegt.
Neben Mongolisch sind Englisch und Russisch – zumindest in den Städten – weit verbreitet. Durch die früher engen Bindungen an die DDR sind auch heute noch bei über 30.000 Mongolen Kenntnisse der deutschen Sprache vorhanden; gemessen an der Größe der Bevölkerung, hat die deutsche Sprache in der Mongolei damit eine in Asien einzigartige Bedeutung.
Geschichte
Bereits im 3. Jh. v. Chr. lebten in Zentralasien Hunnen, Kirgisen, Uiguren und Turkvölker, aus denen sich das Volk der Mongolen bildete. Zumeist waren die Mongolen Hirtennomaden, die sich in großen Familienclans organisierten. Existenzgrundlage dieser Nomaden war die Schaf-, Ziegen-, Rinder- und Pferdezucht. Aber auch Handel, insbesondere mit den Chinesen, trug zur täglichen Bedarfsdeckung bei. Orchon Tal in der Zentralmongolei war die Heimat fuer solche grosse Reiche wie das Hunnen-Reich im 1.Jh, das Tuerkische Reich im 6.Jh, das Uigurische Reich im 8.Jh und wurde von UNESCO zum Weltkulturerbe erklaert.
Die Epoche Dschingis Khans
Um 1162 wurde der hoch geachtete Dschingis Khaan geboren, dem im Jahre 1206 die Einigung der unter sich verfeindeten und zersplitterten mongolischen Fürstentümer und damit die Gruendung des mongolischen Staates gelang. Nach dieser Vereinigung wurde er zum Großkhaan aller Mongolen gewählt. Beim Tod Dschingis Khaans im Jahre 1227 hatte das mongolische Reich bereits eine Ausdehnung vom Pazifik bis zum Kaspischen Meer, in dem der Handel ein noch nie dawesenes Mass erreichte, was heutige Geschichtsschreiber veranlasst, ihn den ersten Globalplayer zu nennen. Unter Kubilai Khaan, einem Enkel Dschingis Khaans, zwischen 1260 und 1294 hat das Reich nicht nur flaechenmaessig das groesste Landreich in der Geschichte erreicht, sondern auch Kunst und Wissenschaften erfuhren eine Bluetezeit. Das Reich Kubilai Khaans erstreckte sich vom Baikalsee bis an den Golf von Tongkin und vom Japanischen Meer bis Mitteleuropa.
Die Epoche des Staatssozialismus
Die Mongolen nutzten eine historische Gelegenheit und riefen die Unabhaengigheit 1911 aus. Aber erst 1921 sollte das Land unabhaengig werden. Am 26. November 1924 wurde die „Mongolische Volksrepublik“ gegründet.
Die politische Wende ab 1990
Die Einleitung von Glasnost und Perestroika durch Michael Gorbatschow fiel auch in der Mongolei auf fruchtbaren Boden. In der Folge der Perestroika entstanden in der Mongolei Bürgerrechtsbewegungen, die zur Abschaffung des Einparteiensystems fuehrte.
Mehr Infos unter: www.mongolen.info
Politisches System und aktuelle politische Situation
1992 wurde die erste freiheitliche Verfassung durch das Parlament verabschiedet und die Bezeichnung „Volksrepublik“ abgeschafft. Die Mongolei ist seither eine parlamentarische Republik. Die Verfassung sieht die Gewaltenteilung zwischen Legislative („Großer Staatshural“, Einkammerparlament), Regierung und Rechtssprechung vor. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, der zugleich Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist.
Innenpolitik
Bei den Wahlen 1992 nach dem neuen Wahlgesetz (Mehrheitswahlrecht) gewann die reformierte MRVP wieder 71 von 76 Parlamentssitzen. In der folgenden vierjährigen Amtszeit gelang es der MRVP, die 1990 begonnene wirtschaftliche Reformpolitik voranzubringen. Zu nennen sind insbesondere die Fortschritte bei der Privatisierung von Investitionsführer 14 Staatseigentum, die Abschaffung von Preiskontrollen und die Freigabe der Landeswährung Mongolischer Tukrig.
Im Juni 1993 wurde Punsalmaagiin Ochirbat, Kandidat der beiden großen Oppositionsparteien Mongolische Nationaldemokratische Partei (MNPD) und Mongolische Sozialdemokratische Partei (MSDP), zum ersten demokratischen Präsidenten der Mongolei gewählt.
Bei den Parlamentswahlen 1996 unterlag die MRVP dem Oppositionsbündnis „Mongolische Demokratische Union“ (MDU), bestehend aus der „Mongolischen Nationaldemokratischen Partei“ (MNDP) und der „Mongolischen Sozialdemokratischen Partei“ (MSDP), das 50 von 76 Sitzen gewann. Die neue Regierung unter Mendsaikhany Enkhsaikhan versuchte, an die Reformbemühungen der MRVP anzuknüpfen und den sich entwickelnden wirtschaftlichen Aufschwung des Landes zu stärken.
Mit zügigen Reformen im Bank- und Rechtswesen sowie im Energie- und Immobiliensektor zeigte die neue Koalitionsregierung ihre Entschlossenheit,die wirtschaftliche Restrukturierung zu beschleunigen.Mit der Durchführung regelmäßiger Investitionskonferenzen bemühte man sich, das Entwicklungspotenzial ausgewählter Wirtschaftssektoren internationalen Investoren vorzustellen.
Die Parlamentswahlen am 2. Juli 2000 gewann mit überwältigender Mehrheit die MRVP. Ministerpräsident wurde der MRVP-Vorsitzende Nambaryn Enkhbayar. Die MRVP, ein Mitglied der sozialistischen Internationale, hielt am bisherigen Kurs der Mongolei zu Demokratie und Marktwirtschaft unbeirrt fest. Die 1998 unter der Vorgängerregierung begonnenen Reformvorhaben wurden fortgesetzt.
Die Parlamentswahlen vom Juni 2004 haben keine politische Dominanz einer Partei erbracht. Angesichts dieser Pattsituation zwischen MRVP und dem Dreierbündnis aus der Demokratischen Partei, der Buerger-Mut-Partei und der Partei des demokratischen Sozialismus wurde eine Regierung der grossen Koalition unter dem Premier-Minister Tsahiagiin Elbegdorj gebildet.
Außenpolitik
Die Insellage der Mongolei zwischen Russland und China bestimmt im Wesentlichen die Außenpolitik des Landes. 1993 und 1994 wurden Freundschafts- und Kooperationsverträge mit den beiden Nachbarländern geschlossen, die die wichtigsten Handelspartner der Mongolei sind.
Die Mongolei verfolgt eine Politik der Bündnisfreiheit und erklärte sich 1993 zur kernwaffenfreien Zone. Die Aussenpolitik der Mongolei ist gerichtet auf Herstellung freundschaftlicher Beziehungen mit allen Laendern. Durch eine aktive Mitarbeit in internationalen Organisationen sucht die Mongolei die internationale Einbindung. Ein hohes Ansehen in der Mongolei genießen USA, Deutschland und Japan. Weiter ausbauen will die Mongolei vor allem die Beziehungen zur Europäischen Union sowie zu den USA. Insbesondere die Bundesrepublik Deutschland ist für die Mongolei ein strategisch wichtiger Partner. Seitens der Mongolei wird eine umfassende Partnerschaft mit Deutschland angestrebt.
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